Ein Zeichen setzen…

Ein pessimistischer Gedanke.

Als ich vom Maskenmord gehört habe, war ich schockiert. Dass jemand wegen diesen Materialfetzen so weit gehen würde, macht mich sprachlos. Und dann die Argumentation, er wolle ein Zeichen setzen. Er hat einen unschuldigen 20-Jährigen ermordet, um „ein Zeichen zu setzen“. Jemanden, der sein Leben noch vor sich hatte; was ist schon das Alter von 20 Jahren? Mein Aufrichtiges Beileid an die Angehörigen.

Wenn die Querdenkerszene diesen Akt in irgendeiner Form gutheißt, macht mir das Angst. Wie weit würden diese Menschen gehen? Welchen Preis würden sie bezahlen? Wenn sie den Mörder zum Revolutionär erklären, werden Nachahmer folgen? Müssen unsere Kassierer um ihr Leben fürchten? Wegen etwas, was sie nicht zu verantworten haben? Mir blutet das Herz, wenn ich daran denke, wie weit wir uns Gesellschaftlich entfremdet haben. Wie kann es sein, dass wir so hartherzig geworden sind? So verblendet, dass wir aufeinander losgehen?

Nicht der Kassierer ist der Übeltäter. Nicht der Ladenbesitzer. Es ist auch nicht der Nachbar, der darauf Acht gibt, dass sich die Mitmenschen an die Regeln halten. Nein, nicht einmal unsere Politiker sind Schuld. Schuld an dieser ganzen Pandemieplage ist einzig und allein dieses kleine Virus, was Menschenleben kostet. Aber es hat uns noch viel mehr als das gekostet. Es hat uns unsere Menschlichkeit genommen. Wie weit kann man gehen? Wie kann man es verantworten, einen jungen Menschen umzubringen um „ein Zeichen zu setzen“? Dieses Virus hat unseren Kindern die Lebensfreude genommen, weil sie, um es nicht zu verbreiten, Zuhause sitzen mussten. Auch die Quarantänen belasten sie psychisch sehr. Dieses Virus hat jede Hässlichkeit ans Tageslicht gebracht, jede noch so kleine schlechte Eigenschaft verstärkt. Es hat uns unsere Schwächen aufgezeigt. Und auch die notwendigen Maßnahmen haben viel Leid angerichtet. Gerade wenn es um den Abschied und die Beerdigung eines Menschen geht, waren die Regeln brutal.

Ja, es ist eine üble Zeit, die jeden an seine Grenzen bringt. Wir sind genervt, wir sind es leid. Wir sind wütend. Auch die Kassierer sind wütend. Auch sie sind es leid. Aber das nützt nichts. Wie kann es sein, dass kleine Kinder vernünftiger sind als große Querdenker? Als meine kleine Tochter AN IHREM GEBURTSTAG eine Quarantäne (Kontaktperson) ausgesprochen bekam, begaben wir uns nach Hause und dort blieb sie. Sie diskutierte nicht, sie jammerte nicht. Wir mussten die Geburtstagsfeier absagen, auf die sie sich sehnlichst gefreut hat. Und nein, ihr fiel die Quarantänezeit nicht leicht. Sie hatte mehrere Lagerkoller.

Sie war drei Jahre alt, als die Pandemie begann, und seit Einführung der Maskenpflicht hat sie ihre freiwillig getragen, um ein Zeichen zu setzen. Ja, meine kleine Tochter trägt ihre Maske, um Vorbild zu sein. Zu zeigen, dass es nicht schlimm ist, dass es auch für ein damals dreijähriges keine Zumutung ist. Und um andere nicht anzustecken.

Ich sitze hier, und bin einfach gelähmt von dem, was hier in unserem Land gerade passiert. Wie kann man nach all der Zeit allen Ernstes Corona leugnen? Aber auch dieser Druck, der auf die Impfverweigerer ausgeübt wird, macht mir Sorgen. Nein, das hat nichts mit dem freien Land zu tun, was wir vor Corona hatten. Wie weit müssen wir gehen, um die Pandemie los zu werden? Denn liebe Querdenker: Normal wird es erst, wenn Corona keine Gefahr mehr ist. Aber: mussten wir so weit gehen? Ist es wirklich notwendig, unsere Freiheitsrechte dermaßen zu beschränken? Als zivilisiertes und fortgeschrittenes Land? Oder verfallen wir gesamtgesellschaftlich wieder in Mittelalterliche Muster? Ich weiß es nicht, aber ich sehe das kritisch.

Ich bete, dass Corona bald ein Ende hat. Und das, bevor die Situation rund um die Querdenker eskaliert. Diese Zeit wird uns noch lange beschäftigen. Corona hat bereits sehr viel Schaden angerichtet. Und das nicht nur als Krankheit selbst. Neben Tod entsteht auch seelischer Schaden, körperlicher Schaden und materieller Schaden. Aber das schlimmste Bei-Virus ist die gesellschaftliche Entfremdung.

Mir egal wie klein meine Reichweite ist: Ich rufe zu Nächstenliebe auf. Liebe Querdenker: wir sind mehr als nur Schlafschafe. Wir sind Menschen. WIR SIND MEHR ALS NUR UNSERE MEINUNG ZU CORONAMASSNAHMEN! UND IHR AUCH! Ich rufe dazu auf, dass wir die Menschlichkeit in uns suchen, die Gemeinsamkeiten finden.

Dieser Mord als Zeichen- Er ist ein Zeichen dafür, dass die Querdenker zu weit gehen. Natürlich ist dies ein Einzelfall. Und ich bete, dass es einer bleibt. Setzt Zeichen, wenn ihr wollt. Aber Zeichen der Liebe. Zeichen des Friedens. Irgendwann ist die Pandemie zu ende, aber was wird dann mit uns als Gesellschaft? Setzt Zeichen der Versöhnung. Wir müssen nicht einer Meinung sein, um friedlich miteinander umzugehen.

Meine beste Freundin und Schwester im Herzen ist bezüglich Corona völlig anderer Meinung als ich. Wir könnten uns natürlich deshalb die Köpfe einschlagen. Aber wir meiden das Thema, bevor es eskaliert. Wenn es erwähnt wird, dann nur kurz. Es gibt x minus 1 viele Themen, über die wir uns unterhalten können und y viele Dinge, die wir unternehmen können. Wir sind eben mehr als nur unsere Meinung zu Corona.

Dieses Zitat möchte ich euch nahelegen:

Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.

Immanuel Kant

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