Ich weiß noch, unter welchen Gefühlen das Original entstanden ist. Zum einen habe ich als Teenager den warmen Sommerregen als tröstend empfunden. Wenn es mir wirklich schlecht ging, bin ich im Regen spazieren gegangen – ohne Regenschirm. Man hat meine Tränen nicht gesehen.
Vorher

Aber dieses Bild ist nicht das eines getrösteten Menschens. Ich hatte mich mit dem Gedanken des Todes und der Unsichtbarkeit beschäftigt. Fühlte ich mich Unsichtbar? Zum Teil. Wollte ich noch unsichtbarer werden? Am liebsten schon.
Ich hatte mich unverstanden gefühlt. Dort, wo ich schüchtern war, wurde ich als Arrogant interpretiert. Ja, natürlich, den Fehler kann man bei mir suchen. Aber ich konnte ja nicht aus meiner Haut. Ich würde ja gerne einfach unmissverständlich schüchtern sein. Ich nenne das Gefühl des „Ich würde ja gerne!“ Daseins-Verworfenheit.
Nachher

Das neue Bild ist erwachsen geworden. Es ist kein Geist mehr. Mir geht es ja auch besser in meiner Haut. Den Gemütszustand, in dem sich die Frau befindet, kenne ich gut. Es ist mehr eine ertragende Gleichgültigkeit. Sie beobachtet den Regen meditativ.
