Stand 10.2026
Die erste Frage, die ich mir beim Erkunden stelle, ist: „Ist das KI?“ Und weil es für mich eine dermaßen wichtige Frage ist, möchte ich es euch direkt offen kommunizieren.
Ich habe eine klare Meinung, aber sie ist weder schwarz noch weiß.
Als Künstlerin nutze ich KI nur experimentiell, und wenn ich etwas davon zeige, dann kommuniziere ich den Einsatz auch deutlich. KI verwässert Kunst und Design und sorgt mit seiner Nutzung nicht nur dafür, dass Arbeitsplätze wegfallen, sondern auch dafür, dass wir uns an minderwertige Ergebnisse gewöhnen. Nicht gut. So große Bauchschmerzen ich in der Beziehung KI-Kunst habe, sich davor komplett zu verschließen gleicht Stagnation. Es ist ein Werkzeug, welches man einzusetzen lernen muss.
Als Informatikerin muss ich für KI aufgeschlossen sein- und ich würde lügen wenn ich behaupten würde, dass KI mir nicht geholfen hat, mein Lernen zu strukturieren oder zu bestimmten technischen Zusammenhängen einen Einstieg zu finden. Selbst hier sehe ich den Einsatz von KI kritisch- nicht weil es grundsätzlich falsch wäre, sondern weil KI Manpower ersetzen soll. Und das ist unethisch. Außerdem sorgt es für schlechtere Laune in den Teams, weil es plötzlich überall nur noch um „Produktivität“ geht. Dabei bleibt aber Qualität auf der Strecke. Bauchschmerzthema.
Als Schriftstellerin… auch wieder schwierig. Ich krieg das Kotzen wenn ich sehe, wie Leute mit KI-Büchern Menschen abzocken. Aber ich selbst habe zwischenzeitlich mit KI gearbeitet. Hör mich aus. Ich war mental erschöpft, um nicht ausgebrannt zu sagen, und wollte durch Fortschritte in meinem Buch wieder Energie schöpfen. Ich habe KI als Gesprächspartner eingesetzt. Vielleicht ist Microsoft Copilot einfach nur ungeeignet, aber im Endeffekt war das keine Große Hilfe. Davon wird vermutlich alles ohnehin verworfen oder umgeschrieben. Ich nutze KI als Recherchewerkzeug im Rahmen meiner Schriftstellerischen Tätigkeit. Das funktioniert gut.
Und kleiner Fun Fact: In der Kampfkunst ist KI sehr unpraktisch. Ich wollte Vokabeln, um eine Kampfszene in meinem Buch etwas blumiger ausdrücken zu können und Copilot hatte zu viel Angst, böse Wörter zu benutzen…
Meine Meinung ist nicht endgültig. Sich komplett vor KI zu verschließen halte ich für unmöglich. Nicht nur zwischen den KI-Giganten besteht ein Wettrüsten, sondern, so wie ich es sehe, auch beruflich. Ich experimentiere mit der KI, dabei treffe ich vielleicht auch mal eine Entscheidung, die meiner grundsätzlichen Haltung widerspricht. Den Einsatz werde ich immer offen kommunizieren.
Sollte ich wieder Grafikdesign-Aufträge annehmen, würde ich auch hier den Einsatz von KI nur spärlich anwenden, etwa (versuchsweise) fürs Brainstorming oder (notfalls, mit Absprache) zur Bildgenerierung. (Wobei ich dann bevorzugt auf Stock zugreife oder selbst schieße)
Ich bin für einen Ethischen Umgang. KI sollte uns die unliebsamen Arbeiten abnehmen und uns die tollen Selbstverwirklichungsaufgaben lassen.
Ich selbst stecke in einer Identitätskrise aufgrund des fehlgeleiteten Einsatzes von KI. Alles, was ich kann, wird gerade KI zum Fraß vorgeworfen. Ich habe lange überlegt, wer ich eigentlich noch bin und was ich eigentlich noch wert bin. Ob es sich heutzutage noch lohnt, ich zu sein.
Aber ich kann nunmal nicht aus meiner Haut. Ich nenne das Gefühl (danke an Christopher) Daseins-Verworfenheit.
Ich mache jetzt einfach weiter, in meiner Geschwindigkeit, mit meinen Dingen. Dann überholt mich KI vielleicht. Dann wird meine Arbeit vielleicht entwertet. Aber das bin ich. Ein Mensch. Hier im Internet, auf einer Website, die mir wichtiger ist als irgendwelche Social Media Auftritte.